
Stand: 16. Februar 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Peter Steinberger, Erfinder des viralen KI-Agenten OpenClaw, tritt OpenAI bei, um die nächste Generation persönlicher KI-Agenten voranzutreiben
- OpenClaw bleibt Open Source und wird in eine unabhängige Stiftung überführt, die OpenAI unterstützen wird
- Das Projekt erreichte in wenigen Monaten 196.000 GitHub-Stars und 1,4 Millionen autonome Agenten
- Steinberger lehnte Angebote von Meta und Anthropic ab, um sich auf Entwicklung statt Management zu konzentrieren
- OpenAI positioniert Multi-Agenten-Systeme als Kernzukunft seiner Produkte
Der österreichische Entwickler Peter Steinberger, Schöpfer des in kürzester Zeit viral gegangenen KI-Agenten OpenClaw, wechselt zu OpenAI. Die Ankündigung erfolgte am 15. Februar 2026, nur wenige Monate nachdem sein Projekt als Wochenendexperiment begonnen hatte. OpenAI-CEO Sam Altman bestätigte den Wechsel und erklärte, Steinberger werde künftig „die nächste Generation persönlicher Agenten vorantreiben“, wie TechCrunch berichtet.
Vom Wochenendprojekt zum Millionen-Agent-Ökosystem
OpenClaw startete im November 2025 ursprünglich als Clawdbot, ein Telegram-Bot für autonome Aufgaben. Nach einer Namensänderung in Moltbot wegen rechtlicher Bedenken von Anthropic aufgrund der Ähnlichkeit zu „Claude“ erhielt das Projekt schließlich seinen finalen Namen OpenClaw. Innerhalb weniger Monate erreichte es laut TechCrunch beeindruckende 196.000 GitHub-Stars und 1,4 Millionen autonome Agenten in der Plattform Moltbook.
Der Erfolg basiert auf der Fähigkeit von OpenClaw, eigenständig komplexe Aufgaben zu erledigen: Kalender-Management, Flugbuchungen, E-Mail-Verwaltung und sogar die Teilnahme an KI-Sozialnetzwerken. Im Gegensatz zu reaktiven Chatbots wie ChatGPT plant, entscheidet und handelt OpenClaw proaktiv, wie t3n erklärt.
Warum Steinberger sich gegen ein eigenes Unternehmen entschied
Nach dem viralen Erfolg warben mehrere Tech-Giganten um Steinberger. Laut t3n gab es Angebote von Meta und Anthropic. Auch eine Firmengründung mit OpenClaw als kommerziellem Produkt stand im Raum. Steinberger entschied sich jedoch anders.
„Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass aus OpenClaw einmal ein großes Unternehmen werden könnte – aber das reizt mich nicht besonders. Ich möchte die Welt verändern, nicht einen Großkonzern aufbauen.“
Diese Haltung spiegelt sich in seiner Entscheidung für OpenAI wider. In seinem Blogpost schrieb Steinberger: „What I want is to change the world, not build a large company, and teaming up with OpenAI is the fastest way to bring this to everyone“, zitiert TechCrunch.
Steinberger verbrachte die Woche ab dem 9. Februar 2026 in San Francisco, wo ihm OpenAI Einblicke in „unveröffentlichte Forschung“ gewährte, berichtet t3n. Diese Gespräche scheinen den Ausschlag für seine Entscheidung gegeben zu haben.
OpenClaw bleibt Open Source
Trotz des Wechsels zu OpenAI wird OpenClaw nicht zu einem kommerziellen Produkt. Sam Altman kündigte an, dass das Projekt „in einer Stiftung als Open-Source-Projekt leben wird, das OpenAI weiterhin unterstützen wird“, wie TechCrunch berichtet.
Steinberger betonte: „It’s always been important to me that OpenClaw stays open source and given the freedom to flourish. Ultimately, I felt OpenAI was the best place to continue pushing on my vision and expand its reach.“
Die Überführung in eine unabhängige Stiftung soll sicherstellen, dass die Open-Source-Community das Projekt weiterentwickeln kann. Steinberger plant laut t3n, dass OpenClaw künftig deutlich mehr KI-Modelle unterstützen könnte.
Was der Wechsel für OpenAI bedeutet
Sam Altman machte deutlich, dass Multi-Agenten-Systeme zu einem „Kern der OpenAI-Produkte“ werden sollen. Der Wechsel erfolgt kurz nach der Ankündigung von OpenAIs Frontier-Plattform, die lernfähige Agenten ermöglichen soll.
Steinbergers Mission bei OpenAI ist klar: „Einen Agenten zu bauen, den sogar meine Mutter benutzen kann“, wie t3n zitiert. Er fügte hinzu: „Das wird tiefgreifende Veränderungen erfordern, viel mehr Nachdenken über Sicherheit und Zugang zu den allerneuesten Modellen.“
OpenAI gewinnt mit Steinberger nicht nur einen talentierten Entwickler, sondern auch bewährte Technologie. Die OpenClaw-Architektur mit ihrem lokalen, messaging-nativen Ansatz und Permissions-Modell könnte direkt in OpenAIs Agenten-Infrastruktur einfließen, analysiert TechCrunch.
Das Rennen um KI-Agenten intensiviert sich
Der Wechsel unterstreicht den zunehmenden Wettbewerb um autonome KI-Agenten in der Tech-Branche. Während Anthropic und Meta Steinberger verloren haben, konnte OpenAI punkten – nicht zuletzt durch Zugang zu leistungsstarker Recheninfrastruktur. Laut t3n verfügt OpenAI über 750 MW Rechenleistung von Cerebras.
Steinberger selbst nannte OpenAI in einem Lex-Fridman-Podcast „Thors Hammer“ und lobte den Vorsprung bei Programmier-Agenten wie Codex, berichtet t3n.
Allerdings bleiben Sicherheitsbedenken bei autonomen Agenten bestehen. OpenClaw stand bereits wegen „rogue“-Verhaltens in der Kritik, etwa iMessage-Spam und der Kombination aus Datenzugriff, externer Kommunikation und unvertrauenswürdigen Inhalten – eine „lethal trifecta“, wie TechCrunch warnt.
Ein neues Paradigma: Das One-Person-Unicorn
Steinbergers Geschichte markiert einen bemerkenswerten Paradigmenwechsel in der Tech-Industrie. Ein Solo-Entwickler schuf in drei Monaten ohne Venture Capital ein Projekt mit potenziellem Milliarden-Wert. Das monatliche Budget lag bei negativen 10.000 bis 20.000 Dollar, dennoch entstanden 1,4 Millionen autonome Agenten und Tausende Plugins, berichtet TechCrunch.
Zuvor hatte Steinberger 13 Jahre als Unternehmer gearbeitet und 2024 sein Unternehmen PSPDFKit an Nutrient verkauft. Nach einer Pause tauchte er 2025 mit KI-Experimenten wieder auf – mit durchschlagendem Erfolg.
Fazit: Vom Chat zum handelnden Agenten
Peter Steinbergers Wechsel zu OpenAI beschleunigt die Entwicklung von reaktiven Chatbots hin zu proaktiven, handelnden KI-Agenten. Die Kombination aus Steinbergers bewährter OpenClaw-Technologie und OpenAIs Ressourcen könnte ChatGPT grundlegend verändern – von einem Frage-Antwort-Tool zu einem umfassenden Assistenten, der eigenständig Aufgaben erledigt.
Gleichzeitig signalisiert der Hybrid-Ansatz – kommerzielle Entwicklung bei OpenAI, Open-Source-Basis in einer Stiftung – einen Branchentrend zu offenen Standards in der „Multi-Agent-Ära“. OpenClaw könnte als Infrastruktur für Interoperabilität zwischen verschiedenen KI-Agenten dienen, ähnlich wie Linux für Betriebssysteme.
Für Konkurrenten wie Anthropic und Meta bedeutet der Deal einen Rückschlag im Rennen um autonome Agenten. OpenAI konsolidiert seine Position durch Top-Talent, Rechenpower und eine klare Vision für die Zukunft der KI – eine Zukunft, in der Agenten nicht nur antworten, sondern handeln.
