OpenAI stellt GPT-4o ab 13. Februar ein: Nur 0,1 Prozent der Nutzer verwenden das Modell noch

A computer circuit board with a brain on it
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Stand: 12. Februar 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • OpenAI stellt am 13. Februar 2026 die Modelle GPT-4o, GPT-4.1, GPT-4.1 mini und o4-mini in ChatGPT endgültig ein
  • Nur noch 0,1 Prozent der täglichen ChatGPT-Nutzer wählen GPT-4o als Modell
  • Die API bleibt von der Abschaltung unberührt — Entwickler können die Modelle weiterhin nutzen
  • Custom GPTs können GPT-4o noch bis zum 3. April 2026 verwenden, dann erfolgt ein automatischer Wechsel
  • GPT-5.2 ist mittlerweile das neue Standardmodell in ChatGPT

OpenAI beendet am 13. Februar 2026 die Verfügbarkeit mehrerer älterer KI-Modelle in ChatGPT. Betroffen sind GPT-4o, GPT-4.1, GPT-4.1 mini sowie o4-mini, wie The Decoder berichtet. Die Entscheidung betrifft ausschließlich die ChatGPT-Plattform — die API bleibt für Entwickler unverändert zugänglich.

Nutzung von GPT-4o auf 0,1 Prozent gesunken

Der Grund für die Abschaltung ist eindeutig: Laut OpenAIs offizieller Begründung wählen nur noch 0,1 Prozent der täglichen ChatGPT-Nutzer das Modell GPT-4o aktiv aus. Das Unternehmen konzentriert seine Ressourcen auf die neueren Modelle der GPT-5-Serie, insbesondere GPT-5.2, das mittlerweile als Standardmodell in ChatGPT dient.

OpenAI kommunizierte die Änderung über sein Hilfecenter und einen Blog-Post am 29. Januar 2026. In der Ankündigung heißt es: „Am 13. Februar 2026 werden wir […] GPT-4o, GPT-4.1, GPT-4.1 mini sowie OpenAI o4-mini aus ChatGPT entfernen.“

Für Nutzer von Custom GPTs gibt es eine Übergangsfrist: Sie können GPT-4o noch bis zum 3. April 2026 verwenden, danach erfolgt ein automatischer Wechsel auf neuere Modelle. Bestehende Chat-Verläufe bleiben erhalten, aber das zugrunde liegende Modell wird automatisch gewechselt.

Emotionale Bindung und Nutzer-Backlash

Die Abschaltung von GPT-4o hat eine Vorgeschichte, die zeigt, wie stark sich manche Nutzer an bestimmte KI-Modelle binden können. OpenAI hatte GPT-4o bereits im August 2025 temporär abgeschaltet, was zu massivem Protest führte. Wie The Decoder berichtet, schätzten viele Nutzer den „sympathischen, dialogorientierten Stil“ des Modells — es wurde als „gefällig“ und „warm“ wahrgenommen.

„Wir wissen, dass der Verlust des Zugangs zu GPT-4o für einige Nutzer frustrierend sein wird, und wir haben diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. Modelle abzuschalten ist nie einfach, aber es erlaubt uns, die Modelle zu verbessern, die die meisten Menschen heute nutzen.“

Nach dem massiven Backlash im Sommer 2025 reaktivierte OpenAI GPT-4o für zahlende Abonnenten. Mehr als 20.000 Menschen hatten Petitionen gegen die Abschaltung unterzeichnet. Das MIT Technology Review titelte damals: „Trauer um einen Algorithmus: Wie OpenAI die emotionalen Bindungen zu ChatGPT-4o unterschätzte.“

Verbesserungen in neueren Modellen

OpenAI betont, dass das Feedback der GPT-4o-Nutzer in die Entwicklung der Nachfolger GPT-5.1 und GPT-5.2 eingeflossen sei. Die frühen GPT-5-Versionen wurden von Nutzern als „kalt“ kritisiert, woraufhin OpenAI anpassbare Töne einführte. Nutzer können nun Wärme, Enthusiasmus und andere Stilparameter einstellen.

OpenAI beschreibt GPT-4o als „Flaggschiffmodell, das in Echtzeit über Audio, Vision und Text hinweg schlussfolgern kann.“ Die neueren GPT-5-Modelle sind jedoch für professionelle Arbeit und autonome Agenten optimiert — wie etwa das „Operator“-Tool, das OpenAI ab Januar 2026 eingeführt hat.

Strategie: Fokus auf genutzte Modelle

Die Abschaltung unterstreicht das rasante Tempo der KI-Branche. OpenAI priorisiert neuere, leistungsstärkere Modelle und spart durch die Ausmusterung alter Modelle Wartungskosten. Die API-Nutzer bleiben unbetroffen, was das Entwickler-Ökosystem schützt.

Für die Branche bedeutet der Schritt einen Shift von reinem Chat zu anpassbaren, agentenbasierten KI-Systemen. Die emotionale Bindung vieler Nutzer an GPT-4o zeigt jedoch, dass solche Übergänge Protestpotenzial bergen — ein Spannungsfeld zwischen technischem Fortschritt und Nutzererwartungen.

Fazit: Tempo der Innovation vs. Nutzerbindung

Die Abschaltung von GPT-4o zeigt das Dilemma der schnellen KI-Entwicklung: Während OpenAI mit GPT-5.2 deutlich leistungsfähigere Modelle anbietet, verlieren Nutzer den Zugang zu einem Modell, an das sie sich gewöhnt haben. Die niedrige Nutzungsrate von 0,1 Prozent rechtfertigt die Entscheidung aus wirtschaftlicher Sicht — doch die emotionale Reaktion vieler Nutzer im Sommer 2025 zeigt, dass „Persönlichkeit“ bei KI-Modellen ein unterschätzter Faktor ist. Für die Zukunft wird entscheidend sein, wie gut es OpenAI gelingt, die Anpassungsfähigkeit der neueren Modelle zu kommunizieren und Nutzer von den Vorteilen zu überzeugen.

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